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Mein teurer Freund: Das Geschäft mit der Tierliebe

Mein teurer Freund: Das Geschäft mit der Tierliebe

Ein durchschnittliches Hundeleben kostet seinen Besitzern ca. 12.000 bis 20.000 Euro! Die Tierbranche boomt und es eröffnen sich immer wieder neue „tierische“ Geschäftsfelder!

 

Österreich ist ein Land der Tierfreunde: Hier leben neben rund 8 Millionen Menschen, ca. 750.000 Hunde und 1,6 Mio. Katzen (je Österreicher 0,09 Hund bzw. 0,23 Katze).

Warum 4-Beiner boomen

Es gibt immer mehr alte, alleinstehende Menschen; und die Jugend heutzutage bindet sich nicht mehr so gern und bleibt lieber Single. Genau diese Menschen legen sich dann ein Haustier zu. Sie akzeptieren es als vollwertiges Familienmitglied und gönnen Hund und Katz mehr, als was es benötigt: Feinkost, Leckerlei in allen Formen, Luis Vuitton Deckchen usw. Warum das so ist erfahren Sie hier.

Jährlich steigt die Anzahl an den felligen Freunden, wenn man sich nur den Umsatz des Marktführers „Fressnapf“ ansieht:

Umsatz Fressnapf Österreich:*

2013: 156 Mio. €
2014: 162 Mio. €
2015: 168 Mio. €

 


 

Wirtschaftsfaktor Hundeliebe


Die Universität Göttingen** fand heraus, dass ein durchschnittliches Hundeleben seinen Besitzern ca. 12.000 bis 20.000 Euro kostet. Futter, Spielzeug, Hundezubehör, Versicherungsbeiträge, Hundeschule, Medikamente, Tierarzt- und Friseurbesuche zählen hier dazu. Und genau diese Menge an Geld erschafft den Wirtschaftsfaktor Hundeliebe und sichert viele Arbeitsplätze in der ganzen Industrie rund ums Haustier.

Sie kokettieren mit der Selbständigkeit? Krisensicher und umsatzstark ist das Geschäft mit der Tierliebe, denn vor allem gehobene Einkommensschichten sind bei Hundehaltern vorzufinden. Für diese Zielgruppe sind das Hundezubehör, Designerkleidung und die Wellnessanwendungen ein Zeichen von Luxus und Wohlstand. Hier ein kleiner Ausschnitt:

 

Pharmaindustrie: Antidepressiva für den Hund

„Typisch Amis“, denk ich mir. Der „Run“ in den USA sind derzeit Hunde-Psychopharmaka. Wenn das Herrchen arbeiten geht, müssen viele Hunde Zuhause bleiben. Das Antidepressivum soll dem 4-Beiner helfen, stressfrei durch den einsamen Tag zu kommen.

 

Hundefutter oder Feinkost?

Immer mehr Hundehalter machen sich Gedanken darüber, was ihr Tier frisst. Das Angebot ist mittlerweile auf viele Zielgruppen abgestimmt. Egal ob der Halter nach Futter für die sensible Verdauung, den Senior oder den agilen Wuffi sucht, die Hundeindustrie ist vorbereitet. Der Schweizer Konzern Nestlé, der neben Nahrungsmitteln für den Menschen auch Hundefuttermarken wie Beneful, Pro Plan, Bonzo vertreibt, bestätigt, dass das Unternehmen mit Tierspeisen profitablere Erträge erzielt werden, als für Süßigkeiten oder Tütensuppen. Aus Sicht von Nestlé lässt sich nirgendwo sonst mit Hundenahrung so viel Geld verdienen wie hier. Und auch hier eröffnet sich ein neues Geschäftsfeld im Geschäftsfeld: Hunde-Ernährungsberater!

 

Sitz, Bello!

Ich will einen gut erzogenen Hund! Die Nachfrage an Hundeschulen und sogar einem Personal Coach steigt. Immer mehr Dienstleister entdecken dieses Feld. Als Hundetrainer wird Ihnen die Arbeit bestimmt nicht ausgehen. Ein Welpenkurs in einer Hundeschule kostet im Durchschnitt € 130,-. Wenn hier nur die Hälfte der österreichischen Hunde den Kurs besucht, wird ein Umsatz von über 48 Mio. Euro erwirtschaftet. Der Wirtschaftszweig Tiere boomt!

 

Das Geld mit dem Tod

Neben mittlerweile „normalen“ Hundehaftpflichtversicherungen bietet Wüstenrot*** ein ganz besondere Möglichkeit an: Das Haustier wird bei Ableben des Hundebesitzers bereits ab € 11,-/Monat auf Gut Aiderbichl untergebracht. Was das Ableben des Hundes betrifft: Eine Hundebestattung steht einer menschlichen Bestattung in nichts nach: Sarg, Verabschiedung, Grab, Kosten – alles ist möglich.

 


Beschenken Sie Ihren Hund zum Geburtstag?

 

Etwa jeder fünfte Hundehalter gilt als „prestigeorientiert und vermenschlichend“, hat die Psychologin Silke Wechsung in einer Studie für die Universität Bonn**** herausgefunden. Der Hund dient zur Stärkung des Selbstbewusstseins. Zugleich fühlt sich das Herrchen in seiner eigenen Freiheit gestört. Vielleicht erklärt das nicht nur die Nachfrage nach Psychoarzneien, sondern auch die Existenz von Louis-Vuitton-Mopstragetaschen zum Stückpreis von 1.400 Euro. Der Kleinhund soll Frauchen beim Shopping begleiten – aber nicht stören.

Umgekehrt bedeutet die Studie aber auch:

Vollwertiges Familienmitglied: Für das Futter ihres Vierbeiners geben Hundebesitzer gut und gerne mehr Geld aus als für Babynahrung.

Vier von fünf Hundehaltern sind ihrem Tier ein echter Freund und sehen ihn als vollwertiges Familienmitglied an. Sie fühlen sich ihm emotional verbunden und investieren Aufmerksamkeit, Zeit und sehr viel Geld in die Beziehung. Eine gute Grundlage für weiteres Wachstum, denn ausgereizt ist das Geschäft mit der Tierliebe noch lange nicht. Acht von zehn Hundehaltern schenken ihren Sportsfreunden etwas zum Geburtstag. Tja, und Weihnachten und Ostern stehen auch an…

 

Welcher Hundetyp sind Sie?

Frau kann´s auch übertreiben 😉

Hundetyp 1
Sie wollen mit Ihrem Hund u.a. Ihr eigenes Selbstbewusstsein stärken und Ihr Ansehen bei anderen Menschen verbessern. Wie es dem Hund dabei geht, interessiert Sie nicht besonders, denn mit den arteigenen Bedürfnissen des Hundes beschäftigen Sie sich wenig.

Hundetyp 2
Sie sind sehr stark auf Ihren Hund fixiert. Das Tier ist Ihr ein und alles und hat Ihre volle Aufmerksamkeit, aber: Sie vermenschlichen Ihren Hund. Darum ist bei diesem Typ die Qualität der Mensch-Hund-Beziehung hoch. Auch wenn sich der Halter eher zu Tieren als zu Menschen hingezogen fühlt, verhält er sich rücksichtsvoll in der Öffentlichkeit und möchte mit seinem Hund niemanden belästigen oder gefährden.

Hundetyp 3
Sie sind naturverbunden und sozial, beschäftigen sich aktiv mit dem Tier, sind kontaktfreudig und freuen sich, über Ihren Hund neue Menschen kennenzulernen. Zwischenmenschliche Beziehungen sind Ihnen (noch) wichtiger als der Hund. Sie haben ein hohes Fachwissen zu Hundehaltung und achten auf eine gute Erziehung. Die Qualität der Mensch-Hund-Beziehung ist dementsprechend hoch.

 


Das ist eben Liebe

Hundebestattungen, Hunde-Wellness, Hundezeitungen, Hundehotels, Hundekleidung… die Arten, mit Hunden Geld zu verdienen, scheinen unbegrenzt.

Ich habe auch einen Hund und sie wird gerne von mir mit speziellen Leckerlis oder neuem Spielzeug verwöhnt. Zu Weihnachten backe ich sogar Hundekekse. Und zum Geburtstag gibts einen ordentlichen Schinken-Knochen. Dosy ist im Urlaub meistens mit dabei und auch im Büro hält sie die Stellung. Und wenn ich mal allein unterwegs bin, habe ich meistens ein schlechtes Gewissen. Beim Tierarzt würde ich mein letztes Hemd für sie geben. Aber DAS verstehen nur Hundefreunde 😉 Ich unterstütze somit die Tier-Wirtschaft recht gut. Vielleicht sollte ich auch in dieser Branche tätig werden?

 


 

Anmerkung: Auch bei meiner Suche nach passenden Tierbildern für diesen Beitrag fand ich eine riesige Auswahl 😉

 


 

*Quelle: http://www.fressnapf.at/daten/
**http://www.mutmacher-der-nation.de/wirtschaftsfaktor-tierliebe-ein-markt-mit-hoher-kaufkraft/
***https://www.wuestenrot.at/de/produkte/vorsorgen/vierbeinervorsorge.html
****https://www.uni-bonn.de/neues/psychologie-der-mensch-hund-beziehung

 

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